Gasthaustradition seit über 200 Jahren…

Glaubt man der Wermutshäuer Ortschronik so ist das Hirschewirtshaus nach dem großen Brand im August 1800 als erstes Haus wieder aufgebaut worden, ganz aus Stein. Der damalige Hirschenwirt hieß Johann Michael Meider. Er beherbergte nach dem Brand den Pfarrer Hartlaub auf 4 Jahre. Durch die Heirat einer Meiderstochter mit einem Krämer kam der Name Krämer aufs Haus. Nach dem Tod von Johann Leonhard Krämer, der keine Nachkommen hatte, wird die Liegenschaft im Mai 1869 verkauft, vermutlich an Georg Horn.


Verkaufsanzeige vom Mai 1869. Mit verkauft wurde neben Gebäuden und Ländereien auch die dingliche Schildwirtschaftsgerechtikeit und ein Anteil an dem Hohenweiler Gemeinderecht (dazu hier mehr)

Was aber ist eine dingliche Schildwirtschaftsgerechtigkeit?

Früher gab es zwei Arten von Gaststätten, die so genannten Schildwirtschaften und die Gassenwirtschaften. Der hauptsächliche Unterschied bestand darin, dass eine Gassenwirtschaft niemanden beherbergen durfte und keine Speisen anbot.

Der „Hirsch“ zählte zu den Schildwirtschaften, und hatte somit das Recht und die Pflicht Gäste zu beherbergen und zu bewirten.


Vorbedingung für eine Schildwirtschaft:

1. ob der Ort groß und mit Einwohnern besetzt sei,
2. ob dadurch eine starke Passage oder Landstraße gehe,
3. ob darin ein Frucht oder Viehmarkt angelegt oder ein sonst vorzügliches Gewerbe antrefflich sei und
4. ob das Haus zu einer Wirtschaft bequem, mit Stallungen versehen, an einer Haupt- oder Nebenstraße gelegen und welcher mit Namen gelegen sei.
Eine Wirtsordnung besagt, „wenn fremde Gäste kommen, soll der Wirt sie freundlich empfangen, auch vor allem, wer sie seien, sich erkundigen. Bei Mahlzeiten sollen sie nach Rang und Stand sitzen, damit nicht reich und arm, Edel- und Bauersmann untereinander gesetzt und der arme Mann an Zehrung nicht so hoch beschwert werde“.

In Wermutshausen gab es neben dem Hirschen noch zwei weitere Wirtschaften, die Krone und den Straußen.



um 1930

Land- und Gastwirt Johann Horn
mit Familie