Mörikestube im Pfarrhaus Wermutshausen

Zum Gedenken an den Dichter Eduard Mörike eingerichtet, der nach seiner Pensionierung als Pfarrer von Cleversulzbach hier in diesem Haus bei seinem Freund Wilhelm Hartlaub vom 19. September 1843 bis zum 16. April 1844 lebte.

Johann Wilhelm Hartlaub war seit 1830 (bis 1851) Pfarrer in Wermutshausen; schon sein Vater Daniel Christian Hartlaub hatte die Pfarrstelle in Wermutshausen von 1796 bis 1830 innegehabt. Wilhelm Hartlaub hatte mit Mörike gemeinsam in Bad Urach und Tübingen studiert und aus dieser Zeit verband sie eine innige Freundschaft. Zu Cleversulzbacher Zeiten soll Hartlaub sogar auf Wunsch Mörikes Predigttexte an den Freund geschickt haben…

Die Gedenkstube an Mörikes Aufenthalt beherbergt einige Kleinode aus der Zeit seines Aufenthaltes in Wermutshausen. Sie kann nach Absprache besichtigt werden.

Kontakt: Familie Sieber, Wermutshausen 25, 97996 Niederstetten, Tel.: 07932/8880




Weitere Informationen, Aktivitäten, Literatur und Links zu Mörike bietet die Mörike-Gesellschaft in Ludwigsburg: http://www.moerike-gesellschaft.de.

Kelter- und Weinbaumuseum Wermutshausen

Das Kelter- und Weinbaumuseum bietet Interessantes zur Weinbaugeschichte in und um Wermutshausen.

Kernstück des Museums ist die große Presse aus Eichenholz aus dem Jahr 1803.


Eine Bildergalerie veranschaulicht den Wandel des Weinbaus und der Kulturlandschaft im Lauf der Jahrzehnte.



Geschichte

Am 4. August 1800 gab es in Wermutshausen einen großen Brand, bei dem große Teile des Dorfes niedergebrannt sind (siehe Dorf-Chronik) Auch die alte Kelter fiel den Flammen zum Opfer. Nur das Kellerhaus blieb nach dem Brand erhalten.

1803 errichtete die Familie Herbst die Kelter neu auf dem alten Kellerhaus.

In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts sollte die Kelter abgetragen und im Freiland-Museum Wackershofen wieder aufgebaut werden. Dies war auf Grund der Architektur des Kellerhauses jedoch nicht möglich. Das Nachbarhaus sitzt mit seinem Gemäuer auf den Grundmauern des Kellerhauses . Das Abtragen war daher nicht möglich.

1986 wurde die baufällige Kelter im Rahmen der Dorfsanierung während des Flurbereinigungsverfahren grundlegend saniert und zu einem Museum ausgebaut. Einweihung war am 26. Juli 1987.

Thematischer Aufbau des Museum

Im Museum befinden sich 214 Exponate zu Weinbau, Kelter und Kellerwirtschaft, sowie eine umfangreiche Bilddokumentation über den Weinbau in früheren Zeiten.

Gezeigt wird die harte Arbeit der Weingärtner im Lauf der Jahreszeiten. Das Museum dokumentiert den Weinbau in unserer Region, im Taubertal und seinen Seitentälern.

Das Museum ist den Jahreszeiten entsprechend strukturiert: Im Winter werden vorbereitende Arbeiten fürs kommende Jahr durchgeführt. Herstellung von Bandweiden, Wied, Pfähle etc.

Im Frühjahr werden die Reben abgedeckt und geschnitten, Mist eingebracht, Pfähle gesetzt, Rebstöcke angebunden

Im Sommer werden die Reben gespritzt, junge Triebe mit Heftstroh gebunden etc.

Im Herbst werden die Bütten und Gölten, der Herbstwagen gerichtet und die Weinlese organisiert





Öffnungszeiten: nach Vereinbarung.

Infos bei:

Claus Mönikheim

Ebertsbronn 2, 97996 Niederstetten
Tel.: 07932/7716 oder bei der Stadt Niederstetten 07932/9102-38
Mail: keltermuseum@wermutshausen.de


Die keltische Viereckschanze zu Wermutshausen

Anfahrt: aus Richtung Niederstetten kommend etwa 100 m vor der Ortseinfahrt rechts abbiegen und der Beschilderung 1,7 km bis zum Wald folgen. Aus Richtung Rothenburg 1,5 km hinter Rinderfeld rechts abbiegen, dem asphaltierten Weg etwa 700 m bis zum Wald folgen. Die letzten 700 m verlaufen im Wald und laden zum Spaziergang ein.

Die im Wald Hagenholz liegende rechteckige Schanze mit einer Länge von 117 bezw. 124 m und einer Breite von 87 bezw. 97 m gehört, wie zahlreiche ähnliche Anlagen zeigen, in den späten Abschnitt der Keltenzeit, die auch Latène-Zeit genannt wird. Diese vor allem in Süddeutschland verbreiteten Bodendenkmale wurden im 1. bzw. 2. vorchristlichen Jahrhundert erbaut. Besonders charakteristisch sind die Wälle mit vorgelegtem ,bis zu 2,5 m tiefen, spitzförmigen Graben und die meist deutlich überhöhten Ecken der Wälle. Obwohl der Graben sich heute an der Oberfläche lediglich nur noch als leichte Mulde zu erkennen gibt und der Wall sich im Laufe der Jahrtausende abgeflacht hat, stellt diese Viereckschanze ein besonders hervorragendes Bodendenkmal dar. Wie Ausgrabungen in Bayern und Württemberg ergaben, handelt es sich bei diesen Schanzen vermutlich um Heiligtümer, d.h. um Einfriedungen des heiligen Bezirkes, in dessen Innenraum Tempel aus Holz und bis zu 35 m tiefe Kultschächte gefunden wurden.

Die über 2000 Jahre alte Keltenschanze ist eine von 70 Keltenschanzen in Baden-Württemberg. Der Flurname „Schloßgraben“ deutet darauf hin, dass die Menschen lange Zeit glaubten, hier hätte früher ein Schloss gestanden, von dem nur noch die Gräben zu erkennen seien. Erst seit Ende des 19. Jhdts. haben Untersuchungen bewiesen, dass es sich um ein keltisches Bauwerk handelt. Heutige Forscher sind der Meinung, dass es sich bei den Viereckschanzen auch um befriedete Gutshöfe gehandelt haben könnte. Ob ein Zusammenhang mit dem keltischen Oppidum in Finsterlohr, etwa 11 km Luftlinie entfernt, bestanden hat, ist wahrscheinlich, aber kann nicht bewiesen werden, da es aus keltischer Zeit keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt.